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Thema: extreme Schlafstörung

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extreme Schlafstörung

Hupfeline am 27.08.2009 um 03:56

Heute bin ich auf Ihr Forum gestoßen, nachdem ich schon jahrelang über das Thema "Schlafgestört" google.
Ich habe seit 25 Jahren eine heftige Schlafstörung, die in den letzten Jahren extreme Formen angenommen hat. Schon wieder ist es 4.00 Uhr morgens. Jede Nacht kämpfe ich mich schlaflos durch eine verzweifelte und oft tränenreiche Nacht und wenn ich Glück habe, schlafe ich um 6.00 Uhr noch für 2 - 3 Stunden ein, oftmals aber wache ich komplett durch. 20 Jahre lang habe ich Stangyl bis zu 100 mg eingenommen, was inzwischen keine Wirkung mehr aufweist. Schlaftabletten wie Stilnox bringen gar nichts mehr und so nehme ich nach 3 durchwachten Nächten, wenn ich nicht mehr kann, eine Tavor oder eine Seroquell. Ich war bereits einige Male in Schlaflabors, zweimal in einer psychosomatischen Klinik und 2 Monate in einer Psychiatrie, wo ich an der Studie für Agomelatin teilgenommen habe.
Der Arzt in der Psychosom.Klinik im Januar sagte bei der Entlassung zu mir, mir könnte nur noch ein Wunder helfen. Ich war schon bei bestimmt 20 versch. Heilpraktikern, habe chinesische Medizin mit Akupunktur lange Zeit gemacht, eine Ayurvedakur unter indischer Leitung, Kinesiologie, Osteopathie, Chranio Sakraltherapie. Meditation gelernt, Yoga und andere Entspannungstechniken erlernt. Melatonin, L-Trypthophan und alles an pflanzlichem habe ich durch und nun bin ich so langsam immer mehr verzweifelt, weil ich nicht mehr weiter weiß und durch diese krasse Schlaflosigkeit meine Lebensqualität so stark eingeschränkt ist und ich mich immer mehr isoliere, weil mir die Kraft fehlt für Unternehmungen.
Ich habe noch nie jemanden kennen gelernt, dessen Schlafstörung so sehr ausgeprägt ist wie bei mir. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber ich gebe sie trotzdem bald auf. Weiß jemand noch irgend einen Rat für mich.
Hupfeline
 
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[EDIT] - Re: extreme Schlafstörung

Uuhuu am 27.08.2009 um 08:56

Hallo Hupfeline,
Du bist mit dieser extremen Schlafstörung nicht alleine, denn Deine Geschichte und Erfahrungen könnten auch meine sein. Diese ganze Irrfahrt durch Kliniken, Psychologen, Heilpraktiker und die Einnahme sämtlicher Medikamente, die gegen Schlafstörungen angeboten werden, habe ich auch hinter mir. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass bei der Behandlung von Schlafstörungen, dass Pferd von hinten aufgezäumt wurde. Zu hören bekam ich immer nur, dass ich die Depressionen in den Griff bekommen müßte, dann würden auch die Schlafstörungen besser. Ist es nicht eigentlich so, dass erstmal die Ursache behandelt wird, damit die Symptome verschwinden? Bei mir haben erst die langen Jahre der Schlaflosigkeit zu Depressionen geführt, vorher war ich, trotz Schlaflosigkeit, ein lebensfroher, lustiger und sehr selbstständiger Mensch. Geblieben ist ein Häufchen Elend, dass sich freut, mit Zopiclon, wenigsten etwas zu schlafen. Bemerkenswert finde ich im Forum, unter Selbsthilfegruppe, den Bericht über eine Frau, die offensichtlich nach 40 Jahren der Schlaflosigkeit wieder zu einem relativ normalen Schlaf zurück gefunden hat. So bleibt doch noch ein wenig die Hoffnung irgendwann diesem Teufelskreis entfliehen zu können.
LG
 
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Re: extreme Schlafstörung

Selectiva am 27.08.2009 um 09:24

Hallo Hupfeline,

ich kann so gut verstehen, wie du dich fühlst. Zum Glück hatte ich immer wieder Phasen, in denen ich einigermaßen schlafen konnte und dadurch wieder Kraft geschöpft habe.

Aber diese tiefe Verzweiflung, dieser Teufelskreis aus Müdigkeit, keiner Energie zu Unternehmungen und dann wieder Unausgeglichenheit, weil keine positiven Erlebnisse da waren, ist eine bei mir immer wiederkehrende Erfahrung.

Ich habe für mich entschieden, dass ich nur noch positive Dinge registrieren will. Das klappt natürlich nur manchmal, aber trotzdem hilft es mir, nach vorne zu schauen und darauf zu vertrauen, dass ich eines Tages wieder gut schlafen kann.

Ich wünsche dir, dass du bald doch noch die für dich richtige Methode finden wirst.

Liebe Grüße
Gabi

--
SHG Insomnie-Off in Offenbach

 
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Re: extreme Schlafstörung

Sonne62 am 27.08.2009 um 09:27

Hallo Hupfeline,
mir geht es ähnlich wie dir und du kannst mir glauben, ich kann sehr gut nachempfinden, wie ausgelaugt du dich fühlen musst.
Ich habe etwa seit 11 Jahren extreme Schlafstörungen. Das heißt bei mir, ich kann einfach nicht einschlafen und liege bis morgens wach. Im besten Falle schlafe ich gegen 5 Uhr für 1-2 Stunden unruhig ein.
Zwar hatte ich schon früher in der Studienzeit manche schlaflose Nacht,(ich glaube es liegt an meinem Hang zum Perfektionismus) aber es gab damals auch noch gute Nächte. Doch nach großen Sorgen und Problemen wie z.B. der Krebserkrankung eines Kindes wurde die Schlafstörung so richtig krass. Ich erkenne schon, dass ich dazu neige, alle Verantwortung in der Familie und auch sonst sehr stark zu spüren und nicht gut loslassen zu können. Ich habe eine ambulante Therapie gemacht und war einmal 12 Wochen stationär in einer psychosomatischen Klinik. Habe verschiedene Entspannungstechniken erlernt, habe in den Jahren diverse ADs versucht (Mirtazapin, Cipralex, Doxepin, Fluoxetin u.a.), doch es überwogen immer nur die unerträglichen Nebenwirkungen.
Deshalb habe ich immer wieder Schlaftabletten nehmen müssen, weil ich sonst vor Erschöpfung und Müdigkeit keinen Ausweg mehr gesehen hätte... Meine Gedanken werden nach schlaflosen Nächten und Tagen ohne jede Energie immer schwärzer....
Doch nun habe ich seit 2 Wochen neue Hoffnung. Ich war dermaßen verzweifelt über meinen Zustand und startete einen erneuten Versuch mit einem AD. (Trazodon) Es ist wohl ein etwas aus der Mode gekommenes Medikament.
Ich habe es langsam eingeschlichen und nehme nun 50mg abends. Ich habe kaum Nebenwirkungen, außer einer leicht zugeschwollenen Nase und etwas Müdigkeit morgens. Doch viel weniger als nach Mirtazapin, da ging den ganzen Tag nix mehr.
Es gibt auch keine Libidostörungen wie bei den SSRIs.
Aber das beste ist, dass ich damit in ca. 30 Minuten einschlafen kann und auch nur selten nachts wach werde.
Ich bin darüber sehr glücklich! Ich hatte die Hoffnung auch schon fast aufgegeben. In den ersten 2 Nächten habe ich zusätzlich Stilnox eingenommen, dann ging es ohne.

Keine Ahnung, ob das bei dir auch helfen könnte, aber einen Versuch wäre es vielleicht wert?

Ich wünsche dir alles Liebe!
Sonne62
 
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Re: extreme Schlafstörung

maggy222 am 27.08.2009 um 11:17

Liebe Hupfeline,

ach, wie mir das alles bekannt vorkommt....
Nur jemand, der das mal über so viele Jahre mitgemacht hat, kann nachfühlen, wie es Dir geht.
Ich habe woanders schon geschrieben, dass ich seit 30! Jahren unter diesen zuermürbenden Schlafstörungen leide. Und eines ist sicher, wenn man erst in den Wechseljahren ist oder war, dann wird es noch schwieriger, weil dei Hormonproduktion fehlt, die für den Schlaf verantwortlich sit.
Alle Medikamente, die du bekommen hast,habe ich auch über Jahre genommen, aber ebenso ist es auch klar, dass der Körper nach einer Weile nicht mehr darauf anspricht.
In schlaflabor konnten bei mir gar keine Messungen durchgeführt werden, weil ich komplett wach lag.
Ich habe wie Du auch alle möglichen und unmöglichen Therapien probiert und nach 20 Jahren ADs habe ich jetzt das erste Mal versucht, wirklich ganz ohne Medikamente auszukommen und mache seit 6 Wochen Schlafentzug.
Glaube nicht, das das ein Zuckerschlecken ist, aber Fakt ist doch, dass man den Körper erst einmal entwöhnen muß und was ein Entzug ist, habe ich vor 20 Jahren in einer Klinik erlebt, obwohl ich nicht wissentlich immer mehr Medikamente genommen habe.
Ich kenne die Isolation und die Unfähigkeit zu irgendwelchen Aktivitäten. Man verliert alle Freunde, hat keine Lebensqualität mehr und manchmal denkt man nur noch, dass ee am besten ist, ganz einzuschlafen.
Gut, dass Du hier in diesem forum gelandet bist, weil nur Beteiligten nachvollziehen können, wie Du Dich fühlst.
Gern würde ich einmal mit Dir telefonieren, um Dir ein wenig Mut zu machen, die Schlafreduktion zu versuchen. Was verlierst Du, wenn Du es tust ?
Ich schlafe gegen 1.00 Uhr ein, wache zwischendurch sehr häufig auf, wache aber ohne Wecker gegen 6.00 Uhr auf und stehe auf, ganz egal, wie ich mich fühle. Aber eines habe ich gelernt, auch wenn es von malzumal schwieriger wird, durchzuhalten: Ich schlafe immerhin ca. 5 Std. Auch wenn das nicht genug ist und ich mich sehr schlapp fühle, bin ich stolz darauf, ALLE Medikamente abgesetzt zu haben.
Wenn Du das tust, wird der Anfang schwer sein, weil sich Dein Körper erst einmal umstellen muß, aber versuche es, es lohnt sich.
Je älter man ist, desto verfestigter ist diese Störung, die ein Symptom einer Depression ist, nur hat sich dies im Laufe der Jahre verselbständigt.
Gern würde ich mit Dir einen persönlichen Kontakt aufnehmen, um Dich zu untestützen,
nur kann ich hier nicht meine e-mail Adresse oder Tel.Nr. bekanntgeben.
Sage mir, wie ich Dich erreichen kann.
Gib die Hffnung nicht auf und bau darauf, dass andere, die in diesem forum geschrieben haben, teils wirklich tolle Erfolge zu verzeichnen haben und dei ermutigen mich immer wieder.

AL
Maggx
 
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