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Thema: [EDIT] - Schlaflosigkeit überwinden - ein paar Tipps

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[EDIT] - Schlaflosigkeit überwinden - ein paar Tipps

Viktorka am 08.02.2018 um 21:05

Hallo Leute,

ich war noch vor ein paar Monaten wegen Schlaflosigkeit extrem verzweifelt - so schlimm, dass ich sogar an Selbstmord gedacht habe (obwohl ich drei Kinder habe). Es ist mir inzwischen gelungen, mich zwar nicht völlig zu heilen (bin immer noch auf AD), aber ich schlafe inzwischen fast jede Nacht 7-8 Stunden. Manchmal schlafe ich sogar zu viel! Ich weiß, wie mich in den schlimmsten Zeiten positive Nachrichten von anderen Insomniacs motiviert haben, deswegen schreibe ich das hier.
Soweit ich mich erinnere, hatte ich schon seit meiner Kindheit Probleme mit dem Schlafen. In den letzten Jahren gings mal besser, mal schlechter, die schlechten Nächte habe ich meistens mit einer Schlaftablette überwunden. Bis ich dann plötlich Anfang letzten Sommers vier Tage lang nicht geschlafen habe (war im Urlaub, Schaftabletten vergessen). Seitdem war ich so gestresst, dass ich es nicht mehr schaffte, ohne irgendwelche Mittel (Schlaftabletten, Lexaurin, Alkohol) einzuschlafen. Nach ein paar Wochen ging ich dann endlich zum Psychiater, habe Trittico 75 mg bekommen, es hat nur sehr wenig geholfen, ich war zwar nicht die ganze Nacht wach, aber habe nur etwa 2-3 Stunden geschlafen, oder wie früher – ich konnte nur mit einer Schlaftablette durchschlafen. Dann hatte ich einen Autounfall (nichts passiert, nur zwei kaputte Autos) und erst dann habe ich mich endlich entschieden, mein Leben etwas radikaler zu ändern. Es gab dann noch etwa vier schlimme Monate, erst in den letzten zwei Monaten ist es wieder gut.
Hier ein paar Tipps, die mir geholfen haben, meine Schlaflosigkeit zwar nicht zu überwinden, sondern unter Kontrolle zu bringen:

- ich gehe ins Bett, wenn ich müde bin.
- ich habe versucht, immer positiv zu denken. Ich habe mir gedacht, auch wenn ich in den letzten paar Tagen nur ein paar Stunden geschlafen habe, muss mein Tag doch nicht schlecht sein. Und – manchmal war es auch so. Ich konnte die Tage genießen, obwohl ich starke Kopfschmerzen usw. hatte.
- ich habe ein paar Bücher über holistische Medizin gelesen. Der Grundgedanke ist: eine Krankheit ist ein Signal des Körpers, dass man etwas im Leben falsch macht. Und ich hatte wirklich sehr viel schlecht gemacht. Vor allem hatte ich mich wegen Sachen gestresst, die ich nicht beeinflussen konnte. Auch hatte ich mich ziemlich schlecht ernährt und mich nicht genügend bewegt. Das habe ich alles geändert.
- ich habe nicht mehr Schlaflosigkeit gegoogelt, sondern etwas wie: How I cured my insomnia oder so was. Anbei zwei Links: http://www.sleeplikethedead.com/chronic-insomnia-intro.html und https://www.youtube.com/watch?v=Nj6HKhuCSl4
- Das einzige, was mir an diesen Vorschlägen nicht gefallen hat, war, dass die Leute behaupten, dass es ihnen nach einer gewissen Zeit allmählich wieder besser ging. Bei mir war es anders, es war mir zwar ein paar mal gelungen, einige Nächte durchzuschlafen, aber dann wurde es wieder schlimm – ich habe mir dann gedacht, jetzt ist es wieder da, ich werde wieder tagelang schlaflos, aber es ging dann irgendwann mal wieder beder.
- wenn ich ins Bett gehe, habe ich immer einen Plan B. Das heißt, wenn ich nicht einschlafen kann, möchte ich mich im Bett nicht stundenlang umsonst herumwälzen, ich habe immer ein Thema, über das ich nachdenken kann (bei mir ist es einfach, ich bin Schriftstellerin, dann denke ich immer daran, worüber mein nächstes Kapitel wird). So kann ich die Zeit im Bett produktiv nutzen
- an einem guten Tag habe ich mir selbst eine Nachricht für schlechte Tage geschrieben.

Wie gesagt, geht es mir jetzt wieder gut. Wenn ich es versuche, mich an die Zeit vor ein paar Monaten zu erinnern, in der ich so fertig war, dass ich mich nicht einmal richtig um meine Kinder kümmern konnte, kann ich es nicht verstehen. Im Nachhinein kann ich sogar sagen, dass ich froh bin, dass ich an Schlaflosigkeit leide. Nach ein paar Monaten fühle ich mich stärker, bin ein paar Kilo leichter und habe eine gute Arbeit gefunden. Das wäre mir ohne diese Krise nicht gelungen.
Ich hoffe, dass dies jemandem hilft – ich weiß, wie schrecklich man sich fühlen kann, und ich weiß auch, dass es einen Weg heraus gibt.
 
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Re: Schlaflosigkeit überwinden - ein paar Tipps

cinderella am 09.02.2018 um 13:30

Hallo Viktorka
Super wie du das geschafft hast, auch ich hatte einige Zeit Schlafstörungen , negative Gedanken und Angst.
Und das ist das schlimme, der Körper kann nicht entspannen,ist von der Angst wie gelähmt. Und dann auch noch die negativen Gedanken. Ich habe damals mein Unterbewusstsein stark wahrgenommen,
es hat mir gezeigt wie unruhig ich innerlich war.
Kurzfristig bekam ich auch Schlaftabletten, die ich selber langsam abgesetzt habe.
Nach vielen positiven Gedanken, würde es mit der Zeit besser.

Leider wurde dann aber im Schlaflabor Atemaussetzer festgestellt,aber im Moment geht es.
Ich werde zwar ständig wach, kann aber wieder einschlafen.
Ruhe, Entspannung, postive Gedanken auch tagsüber mal an was schönes denken,und die meisten Schlafprobleme sind zu lösen.
Wünsche dir, das du auch weiterhin gut schlafen kannst.
Lieben Gruß cinderella

 
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Re: Schlaflosigkeit überwinden - ein paar Tipps

AnnieX am 11.02.2018 um 10:51

Vielen Dank, dass du das hier erzählst. Wenn man gerade, wie ich und die meisten anderen hier, in so einer Krise steckt, ist es gut, sowas zu lesen. Der einzige Grund, warum ich im Internet stöbere, ist ja die Hoffnung, dass einem ein Weg aufgezeigt wird, um da wieder rauszukommen.
Wie gehst du denn mit der Angst um, dass die Schlaflosigkeit wieder kommt? Wenn ich über eine längere Zeit nicht geschlafen habe, fällt es mir sehr schwer, positive Gedanken zu fassen und das Vertrauen in meinen Körper wiederzufinden. Der ganze Zustand ist so selbstverstärkend...
 
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Re: Schlaflosigkeit überwinden - ein paar Tipps

Viktorka am 11.02.2018 um 11:48

Ich hoffe, dass es jemandem hilft, ich weiß sehr gut, wie verzweifelt man werden kann, bei mir war es echt extrem. Es war auch so, dass ich mich abends ins Bett gelegt habe und habe solchen Stress gekriegt, dass ich wieder nicht einschlafe und mir dann am ganzen Tag wieder übel wird und es wird so weiter gehen, bis ich verrückt werde, ich habe dann oft Durchfall bekommen und musste schnell aufs Klo..Grafik: Smilie Gluecklich Was hier beschrieben wird - keien Müdigkeit am Abend, Herumwälzen im Bett, stundenlang nicht einschlafen zu können - das alles kenne ich sehr gut.
Ich habe mich dann entschieden, es rational zu nehmen. Ich habe festgestellt, ich hatte mehr Stress davor, nicht einschlafen zu können, als davor, dass es mir vom Nichtschlafen schlecht wird. Also die Angst vor Angst war grüßer als eigentlich das, was eigentlich schlecht war. Also habe ich versucht, mich selbst zu überzeugen, dass Nichtschlafen an sich eigentlich nicht so schlecht ist. Irgendwie funktioniert man doch, man kann arbeiten, trotzdem man total müde ist. Und - sehr langsam - habe ich mich von den Ängsten geheilt. Jetzt spüre ich die Angst am Abend nicht mehr, wenn ich nicht einschlafen kann, dank denke ich - jetzt habe ich mindestens genug Zeit, in Ruhe über interessante Sachen nachzudenken.
Auch solche Videos haben mir geholfen: https://www.youtube.com/watch?v=NdfkMtG0YXo&t=5s
Gedanken zu kontrolieren ist ein lager Prozess, man muss es über, ich bin ja auch nur am Anfang... Minestens kann ich schon schlafen.
 
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