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Thema: mal ganz allgemein..
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mal ganz allgemein..
kaffee74
am 07.12.2011 um 08:17
auch ohne akuten Leidensdruck war mir danach, mal meinen Senf abzugeben zu dem Thema, aufgrund diverser Postings in diesem Forum und anderen, die ich gelesen hab.
Mir kommts so vor als würde ein Großteil des Schlaf-Problems daher kommen, dass die Schulmedizin da häufig versagt. Fakt ist, es gibt viele Menschen, die immer gut schlafen und das Problem gar nicht kennen. Es gibt aber auch viele, wo das nicht der Fall ist, und wo es so ist, dass eine Nacht mit wenig oder kaum Schlaf nunmal einfach vorkommt. Das ist eine Tatsache und an der kann man gar nix ändern. Die Frage ist nun allerdings, wie geht man damit um?
Wen ich mir meinen eigenen Leidensweg in der Hinsicht anschaue, muss ich wirklich sagen: Fast alle Ärzte haben versagt. Ich wage zu behaupten, dass das Hauptproblem an einer schlaflosen Nacht nicht die Müdigkeit oder sonstige Befindlichkeitsstörungen ist, sondern die Nervosität, das sich-selber-verrückt machen, die Angst vor der nächsten Nacht, usw. WIrd hier ja auch schön als "Teufelskreislauf" beschrieben. Und genau darin liegt der Schlüssel zur Lösung (wohlgemerkt - nur bei Leuten die an sich normal schlafen und punktuell halt mal schlecht. Es gibt sicher auch viele Arten sonstiger und auch chronischer Schlafstörungen mit anderen, teilweise organischen Ursachen. Das sind natürlich andere Fälle). Zu lernen, damit vernünftig umzugehen. "Schlafedukation" sozusagen. Das finde ich hier in diesem Forum auch sehr schön, dieser Thematik wird viel Platz gewidmet.
Was die Schulmedizin jedoch meistens tut, ist, Schlafmittel zu verschreiben, die das Problem zwar kurzfristig zu "lösen" vermögen, in Wirklichkeit jedoch verschlimmern (weil ein Gewöhnungseffekt eintritt und ausserdem der Patient lernt, dass sein Schlafproblem offenbar medizinisch relevant und medikamentös behandlungsbedürfig ist), und was unterlassen wird, ist, den Patienten über die Beschaffenheit des Schlafes und die Harmlosigkeit von punktuellen Schlafstörungen aufzuklären, und ihm Verständis und psychologische Hilfe beim Umgang mit der auftretenden Angst und Nervosität zu geben. Dadurch wird dann wohl häufig erst die eigentliche chronische Schlafstörung losgetreten.
Daher wäre mein Rat (hab ich in irgendeinem Thread auch schonmal so geschrieben) an viele Leute hier eher, das ganze NICHT übertrieben zu problematisieren und auch nicht gleich zum Arzt zu gehen. Gelegentliche Phasen mit schlechtem Schlaf kommen nunmal vor und ausser die Dinge zu tun, die schlafhygienisch sinnvoll sind, und ausserdem zu versuchen, sein Leben so zu ordnen, dass man nicht allzuviel Stress hat, kann man da eh nix tun. Man kann den Schlaf nicht erzwingen aber man muss sich auch keine Sorgen machen, wenn er mal nicht kommt.
Meine empfohlene Strategie ist daher eher, sich zu sagen, "ich kanns eh nicht ändern", nicht versuchen den Schlaf zu erzwingen und sich am besten überhaupt keine Gedanken darüber zu machen, sondern sich sagen "wie auch immer die Nacht sein wird, ich kann mir sicher sein dass es mir nicht schadet, und dass mein Körper auf jeden Fall dafür sorgt, dass er irgendwie das Mindestmaß an Erholung bekommt, das er braucht. Es mag unangenehm sein, aber es wird mir objektiv gesehen nicht schaden".
Es gibt wohl kaum eine andere Sache, wo subjektiver Leidensdruck und objektive Gefährlichkeit soweit auseinanderliegen.
So, wollte ich mal loswerden..
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Re: mal ganz allgemein..
EmilBulls
am 07.12.2011 um 16:13
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Re: mal ganz allgemein..
fridolin
am 07.12.2011 um 18:50
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Re: mal ganz allgemein..
kaffee74
am 08.12.2011 um 02:40
Was mir auch noch aufgefallen ist.. wenn man "nur so" schlaflos war, wird es quasi zum Primärproblem, aber wenn man eine schlaflose Nacht aus richtigen Sorgen heraus hatte, sind die Sorgen das Problem, und wenn die dann vorbei sind, ist die Erleichterung darüber so gross, das die Sorgen wegen der Schlaflosigkeit an sich gar keine grosse Rolle mehr spielt. Warum also sollte man sich sorgen machen, wenn man "einfach so" mal nicht schlafen konnte?
Ich glaub auch, das miese Gefühl kommt weniger vom fehlenden Schlaf, sondern von dem frustrierenden Misserfolgserlebnis, es die ganze Nacht probiert zu haben, und es hat nicht geklappt. Wenn man nicht schlafen konnte, weil man die ganze Nacht was anderes gemacht hat (ähem, möglichst leidenschaftlich mit einer Person des anderen Geschlechts
), wird die Laune erheblich besser sein.
Und irgendwie ist es auch ein "Luxusproblem".. zu was Menschen in der Lage sind, sieht man in WIRKLICHEN Problemsituationen. Z.B. im Krieg. In Hamburger Bombennächten war der Schlaf wohl eher die geringste Sorge. Wenn WIRKLICH Überlebensdruck von anderer Seite besteht, relativiert sich das auf einmal doch arg.. und ich bezweilfe, dass im Krieg Leute an Schlafmangel gestorben sind.
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Re: mal ganz allgemein..
fridolin
am 08.12.2011 um 08:16
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