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Thema: Erfahrungsbericht Schlafkompression

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Erfahrungsbericht Schlafkompression

soedermalm am 07.09.2010 um 16:44

Hallo liebe Forumsleser,

ich mache seit zweieinhalb eine Schlafkompressionstherapie, habe selber im Forum fleißig Berichte anderer gelesen und möchte gerne selber meine Erfahrungen aufschreiben. Zum einen, um zum Erfahrungsaustausch anzuregen, zum anderen, weil ich die viele Zeit, die ich durch die Schlafkompression plötzlich habe, zu füllen.
Also zu mir und meinen Schlafproblemen: Ich leide seit ca. 8 Jahren unter Ein- und Durchschlafstörungen, damals steckte ich in einer dicken Krise, hatte aus persönlichen Gründe schlechte Jahre, bekam eine Depression bescheinigt, ein Antidepressivum aufgeschrieben, eine Verhaltenstherapie verschrieben. Nach dem ich mich da wieder rausgekämpft hatte, wurde mein Leben Jahr um Jahr deutlich stabiler, aber die Schlaflosigkeit blieb. Mein Arzt verschrieb mir dann Trimipramin, welches ich zunächst bis auf 50mg aufdosierte, dann auf 25mg runter ging, und schließlich auf 12mg einpendelte. Ich kam damit sehr gut klar, bis auf leichte Schläfrigkeit morgens konnte ich zuverlässig 25 Tage im Monat gut schlafen. Besser als je zuvor. Das hat mich enorm stabilisiert und bestimmt auch mit dazu beigetragen, dass ich mein Leben in den Griff bekommen habe. Insgesamt habe ich Trimip. über 7 Jahre eingenommen, Leberwerte sind ok. In jedem Jahr hatte ich den Ehrgeiz, auch eine gewisse Zeit ohne das Medikament auszukommen. Manchmal habe ich 3-4 Monate geschafft, machnal nur 6 Wochen pro Jahr, bis es wieder so schlimm wurde, dass ich wieder aufdosiert haben.
Hört sich ja alles super an. Nun besteht aber bei mir Kinderwunsch und ich möchte so gerne ohne Psychopharmaka, aber auch ohne die Angst, dass das in einer Katastrophe endet, weil ich nicht schlafen kann. Deshalb möchte ich herausfinden, ob mir die Schlafkompression helfen kann. Tja, und jetzt seit zwei Wochen nur noch 6 STunden Bettliegezeit. Die erste Woche ging eigentlich, hatte noch Urlaub und war ganz beschwingt. die zweite Woche mit wenig Schlaf überstanden, 4- 4einhalb Stunden, echt irgendwie zu wenig, aber am Tage erstaunlich fit, bis auf schlimmer Müdigkeitslöcher. Aber jetzt die dritte Woche, da geht fast garnichts mehr bei mir. Obwohl ich meistens doch mehr als 5 Stunden pro nach schlafe, bin ich tagsüber total gerädert, auf der Arbeit ist es sehr schwer, muss mich echt durch mein Programm quälen, aber solange ich Kundenkontakt habe, geht es noch, schlimmer ist, wenn ich alleine am Schreibtisch sitze, habe Mühe, mich zu konzentrieren. Und hatte gestern meinen ersten echten Einbruch, bin völlig erschöpft um 22:00h ins Bett gegangen, stattum 23:30h, wie erlaubt. Wohlige 7einhalb Stunden geschlafen, und trotzdem heute wieder müde...
Bin noch nicht sicher, ob ich durchhalten werde, oder einfach wieder auf mein Medikament zurückgreife...

Liebe Grüße, Soedermalm
 
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Re: Erfahrungsbericht Schlafkompression

Tocaya am 07.09.2010 um 17:02

Hallo Soedermalm,
die Achterbahn, auf der Du Dich zur Zeit befindest, ist völlig normal. Drei Wochen sind ein Zeitraum, in dem noch gar nichts stabil läuft. Das Phänomen, dass man nach einer relativ guten Nacht müder ist, als nach einer schlechten, kenne ich auch nur zu gut!
Wenn Du ein Kind möchtest, hast Du doch ein gutes Ziel vor Augen, für das es sich lohnt, die Mühe der Schlafkompression auf Dich zu nehmen. Geduld musst Du allerdings mitbringen.
Die Schlafkompression hat bei mir sehr gut gewirkt. Allerdings muss ich immer dranbleiben an den knappen Bettliegezeiten. Im Urlaub habe ich auch wieder sehr schlecht geschlafen, zu Hause wurde es wieder besser, müde war ich tagsüber trotzdem. Aber das hält mich nicht mehr davon ab, einfach mit dem rigorosen Schlafmanagement weiter zu machen, da ich weiß, dass es nach einiger Zeit wirkt. Ich bin mittlerweile sogar froh über meine Müdigkeit, denn als meine Schlafstörungen am schlimmsten waren, wurde ich überhaupt nicht mehr müde - auch ein ekliger Zustand.
Schließe die Medikamente weg und halte durch!
Baldigen Erfolg wünscht Dir
Tocaya
 
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Re: Erfahrungsbericht Schlafkompression

soedermalm am 07.09.2010 um 20:39

Hallo Toscaya,
danke für die aufmunternden Worte, ich habe deine Berichte im Forum gelesen, sie haben schon Mut gemacht.
Ich finde das Durchhalten gerade extrem schwer, kann mir nur bedingt vorstellen, dass ich bei dieser Tagesmüdigkeit acht Wochen aushalte, und anschließend ja auch nicht mehr wirklich "ausschlafen" darf. Habe bisher am Wochenende bis zu 10 Stunden im Bett gelegen, um den Schlafmangel der Woche wieder aufzuholen.

Was bisher positiv war: An manchen Tage kann ich die Zeit, die ich jetzt mehr habe (später ins Bett, vorallem am Wochenende eher aufstehen, kein Nickerchen mehr zwischendurch) richtig genießen. Ich koche mir jeden Abend ab ca. 22:00h etwas für den nächsten Tag vor, dabei nicke ich weniger ein, als beim Fernsehen oder Bücher lesen und die Zeit geht gut rum. Und ich schlafe schon jetzt jede Nacht fast sofort ein, leider noch überhaupt nicht durch. Aber immerhin.

Dir auch weiterhin gutes Durchhalten und das die eiserne Disziplin nicht nur Krampf ist.
Soedermalm
 
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Re: Erfahrungsbericht Schlafkompression

Tocaya am 07.09.2010 um 21:31

Hallo Soedermalm,
da hast Du doch schon hilfreiche Strategien entwickelt, um mit den langen Abenden umzugehen. Die Tagesmüdigkeit wird sich legen!
Die Gefahr, dass die eiserne Disziplin Krampf ist, sehe ich nicht, denn ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sie hilft.
Liebe Grüße
Tocaya
 
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Re: Erfahrungsbericht Schlafkompression

spoon79 am 09.09.2010 um 16:06

Interessant, dass viele hier Probleme mit der Abendmüdigkeit haben. Bei mir ist es eher umgekehrt, sprich ich bin Abends relativ munter und dafür morgens wie "durch den Wolf gedreht".
 
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