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Thema: Artikel "Nachschlafen hilft" ?!

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Artikel "Nachschlafen hilft" ?!

schlafmaus am 04.08.2010 um 10:09

Hallo,
als Leserin Ihres Buches, das mich sehr angesprochen hat, beschäftigt mich folgender Artikel, erschienen bei wissenschaft.de:

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/311675.html

Diesem Artikel bzw. der zugrunde liegenden Studie zufolge kommt es nicht nur auf die Intensität, sondern besonders auch auf die Dauer des Nachtschlafs an. Außerdem soll es möglich und sinnvoll sein, Schlaf nachzuholen.

Meiner Ansicht nach "beißt" sich das ziemlich mit Ihren Ansichten? Was meinen Sie dazu?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dazu Stellung nehmen würden!

Liebe Grüße Grafik: Smilie Gluecklich
Die verwirrte schlafmaus..
 
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Re: Artikel "Nachschlafen hilft" ?!

Uuhuu am 04.08.2010 um 11:16

Hallo schlafmaus,
diese Studie wurde mit gesunden Probanden durchgeführt. Es wäre ja auch zu schön, wenn wir schlafgestörten, Schlaf nachholen könnten. Viele meiner Bekannten sagen, dass sie am Wochenende, gerne mal so richtig ausschlafen. Daher kommt mir die Aussage, den Schlaf nachholen sehr bekannt vor.
Schade das es nicht auf uns zutrifft!!!

Liebe Grüße,
Uuhuu
 
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Re: Artikel "Nachschlafen hilft" ?!

spoon79 am 04.08.2010 um 14:00

Habe einige schlaflose Wochen hinter mir.Diese Woche, so scheint es, holt mein Körper das Defizit komplett auf.
 
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Re: Artikel "Nachschlafen hilft" ?!

TilmannMueller (webmaster) am 04.08.2010 um 16:11

Hallo,
ich finde nicht, dass die Studie sich besonders mit den hier vertretenen Ansichten beißt.
Außer vielleicht der folgenden Feststellung:
"Nach einer "schlechten" Nacht, muss der Schlaf in der darauffolgenden Nacht nachgeholt werden, d.h. man muss länger schlafen.
Falsch: Der Körper reguliert einen Schlafverlust durch die Schlafqualität und nicht durch die Schlafquantität."

Wenn man sich die Studie selber genauer anschaut - und nicht so plakativ wiedergibt wie bei Wissenschaft.de dann bestätigt die Studie aber auch diese These:
Die Studienteilnehmer, hatten bereits während der vier verkürzten Nächte mit vier Stunden Schlafdauer eine Zunahme des prozentualen Tiefschlafanteils zu verzeichnen und die Schlafeffizienz nahm während der vier Nächte um mehr als 10% von 84,6% auf 96,8% zu. Im Anschluß an die vier verkürzten Nächte wurden die Versuchsteilnehmer dann auf verschiedene Versuchsgruppen verteilt, die in der darauffolgenden Nacht 0,2,4,6 oder 10h schlafen durften.
Vergleicht man die 0h-, 2h-, 4h- und 6h- Bedingung miteinander, dann zeigt sich in der Tat: je länger die "Erholungsnacht" war, desto besser schnitten die Versuchspersonen am nächsten Tag in einfachen Leistungs- und Reaktionstests ab. Beispiel die Anzahl an "Aussetzern" (Reaktionszeit länger als 0,5sec) betrug in der 0-h-Bedingung 21 Mal, in der 2h-Bedingung 15 Mal, in der 4h-Bedingung 13 Mal und in der 6h-Bedingung 7 Mal. Zeichnet man soetwas graphisch auf und zieht eine Linie durch die Ergebnisse, dann hat man einen schönen linearen Trend, entsprechend der Aussage der Autoren: Je mehr Erholungsschlaf sie bekommen, desto besser sind sie dran.
Etwas anders sieht das Bild aber am oberen Ende aus, wenn man die 6h-Bedingung mit der 8h- und 10h Bedingung vergleicht: 6h Erholungsschlaf waren gefolgt von im Mittel 6,9 Aussetzern, 8h-Erholungsschlaf führten zu 7,6 Aussetzern und nach 10h Schlaf waren es noch 5,6 Aussetzer. Die subjektiv auf einer zehnstufigen Skala eingeschätzte Schlfärigkeit betrug 0h: 7,7; 2h: 7,1; 4H: 5,5; 6h:4,5; 8h:4,3 und 10h: 3,8.
Interessanterweise sank die Schlafeffizienz in der 10h-Bedingung auf ca 90% ab, während sie in den übrigen Bedingungen bei Werten zwischen 94-97% hoch blieb.
Die Schlußfolgerung aus der Studie, man müsse nach einer verkürzten Nacht möglichst lange ausschlafen, ist auf dieser Basis nur bedingt nachvollziehbar. Bereits bei einer nur sechsstündigen Schlafdauer nach vier kurzen vierstündigen Nächten normalisieren sich die gemessenen Werte wieder weitgehend (selbst in der 10-h-Bedingung gehen sie nicht vollständig zurück) und der Zugewinn durch weitere 2 oder sogar 4h im Bett ist so gering, dass seine praktische und klinische Bedeutung mir zweifelhaft erscheint. Unter dem Gesichtspunkt einer chronischen Schlafstörung ist sicherlich die erneute Verschlechterung der Schlafeffizienz in der 10h-Bedingung ein wichtiger Hinweis, dass ein "Ausschlafen" nur erneute Löchter in den Schlaf reißt.

Und natürlich: dies ist nur eine Kurzzeitstudie bei gesunden jungen Schläfern gewesen, die sich nicht auf die jahrelangen Karrieren chronisch Schlafgestoerter verallgemeinern läßt.

Mit freundlichen Grüßen
T. Müller
 
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Re: Artikel "Nachschlafen hilft" ?!

schlafmaus am 06.08.2010 um 15:13

Vielen Dank für die ausführliche und schnelle Antwort, da kann ich was mit anfangen Grafik: Smilie Gluecklich
Die Argumentation ist nachvollziehbar und natürlich, eine plakative Überschrift wie "Nachschlafen hilft" kann leicht irreführen..

Viele Grüße,
die schlafmaus.
 
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