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Thema: Entzugserscheinungen Zopiclon

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Entzugserscheinungen Zopiclon

Carpe_diem am 27.07.2010 um 20:02

Hallo!

Durch die tägliche Einnahme von Zopiclon und der Behebung einer starken Eisenmangelanämie hat sich mein Schlaf erheblich gebessert. Inzwischen sind die schlechten Nächte die Ausnahme und nicht mehr die Regel.
Allerdings versuche ich seit ca. einem halben Jahr vergeblich, das Zopiclon wieder abzusetzen. Jetzt, wo die Eisenwerte wieder normal sind, würde ich gerne wieder ohne Tabletten schlafen. Trotz täglicher Einnahme habe ich auch inzwischen jeden Tag mit Entzugserscheinungen zu kämpfen. Wie stark diese sind und wie lange sie anhalten, hängt von der Dosis ab. Häufig werde ich während einer Phase mit Entzugserscheinungen morgens wach. Außerdem ist es abends besonders schlimm. Wenn ich jedoch mal wieder die Dosis reduziert habe, treten die Nebenwirkungen regelmäßig zu allen Tageszeiten auf und sind teilweise so heftig, dass ich mich manchmal sogar tagsüber aufs Bett lege, obwohl ich es weiß, dass es den Regeln der Schlafhygiene widerspricht. Meistens machen die Entzugssymptome sich durch eine plötzliche und heftige Müdigkeit bemerkbar, zu der sich dann bald ein allgemeines Krankheitsgefühl, ein brennendes Gesicht, leichte Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, schmerzende Augen, die nichts mehr richtig fokussieren können, und leicht zitternde Finger gesellen. Wenn sie nachts auftreten und ich gerade einen Albtraum hatte, leide ich manchmal unter körperlichen Angstsymptomen, die ich sonst nach Albträumen nicht kannte.
Ich bin allmählich wirklich ratlos, was ich noch machen soll. Meine normale Dosis liegt bei einer Tablette am Tag, die reduzierte bei einer halben. Meistens kann ich ohne ganze Tablette gar nicht mehr einschlafen und diesen Zustand empfinde ich als so schlimm, dass ich ihn mir nicht freiwillig selbst zufügen kann, indem ich die Tabletten reduziere. Zudem habe ich eine Angststörung und muss sehr aufpassen, die Angst nicht noch zu steigern. Inzwischen allerdings bin ich sehr unglücklich darüber, mich täglich immer noch so krank zu fühlen, obwohl ich doch jetzt insgesamt so viel besser schlafe. Weiß noch jemand Rat oder hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Carpe_diem
 
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Re: Entzugserscheinungen Zopiclon

supertramp am 28.07.2010 um 16:27

Hallo Carpe_diem,

da sind wir gar nicht in sooo untershciedlichen Situationen. Letzte Nacht hab ich gefühlt mal wieder überhaupt nicht geschlafen, bin mit Clonazepam aber auch quasi auf Null, d.h. die Blutwerte sind noch nicht mal auf Null. Das dauert noch bei so lang wirksamen Substanzen. Aber die Gewöhnung merkt mal eigentlich immer erst so im Entzug richtig.
Ich denke, du könntest die Sache vielleicht in einer Klinik durchziehen und vielleicht auf etwas weniger abhängig machendes umsteigen?!
Ich bekomme vorerst Lyrica (das ich bisher allerdings nicht ganz so nach Vorschrift genommen hab, also seltener). Daher weiß ich noch nicht so richtig, ob es den Schlaf überhaupt unterstützt oder "nur" den Entzug im wachen Zustand lindert. Also dabei hilft es auf jedenfall etwas. Aber ich bin bei dem Medi doch insgesmt noch sehr skeptisch. Ein entscheidender Vorteil wäre für mich erstmal, dass ich das problemlos von einem Arzt verschrieben bekomme. Über ein Abhängigkeitspotenzial wird diskutiert. Na ja, aber es gibt ja noch andere Sachen und vielleicht auch nur für den Übergang und dann nach und nach ganz ohne. Im Idealfall.

Ach so, Lyrica ist übrigens vor allem für Schmerz- und Angstpatienten gedacht. Da könnte es bei dir vielleicht wirklich was sein?!

Jedenfalls denke ich, dass ein Entug allein zu Hause ne sehr schwierige Sache ist. Also wenigstens mit einem guten Arzt an deiner Seite.
Mit Zopiklon hab ich nicht so die Erfahrungen gemacht, weil ich es nicht so sehr mochte. Davon hab ich sogar welche und das schon sehr lange. Aber je besser und nebenwirkungsärmer etwas wirkt, desto süchtiger kann es auch machen, ne. CLonazepam und Lorazepam kenn ich. Vom Lorazepam kenn ich zum Teil ähnliche Erlebnisse wie du vom Zopiklon. Ich denke, bei CLonazapam liegt es durch die lange Halbwertszeit anders. Es wirkt quasi den ganzen Tag durch, was dazu führen kann, dass man die Wirkung als Normalzustand empfindet. So war es bei mir.
Ich schwanke derzeit immer, ob ich mir das Zeug wieder irgendwie besorge oder ob ich noch weiter durchhalte. Ich find es sehr schwer ...

LG
supertramp
 
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[EDIT] - Re: Entzugserscheinungen Zopiclon

Carpe_diem am 22.08.2010 um 23:58

Hallo Supertramp!

Nach längerer Zeit melde ich mich mal hier im Forum zurück.

Ja, bei mir war es auch so, dass ich die Abhängigkeit körperlich erst so richtig gemerkt habe, als der Entzug angefangen hat. Vorher hatte ich auch schon körperliche Entzugssymptome, konnte diese aber nicht richtig einordnen.

Eine Klinik kommt nicht mehr in Frage. Da war ich wegen meiner Angststörung (die ist nach dem Clonazpamentzug leider wiedergekommen, nachdem sie viele Jahre weniger stark war) für nur 4 Tage. Das Problem war, dass ich dort noch viel weniger schlafen konnte, als zu Hause und es dort vor Erschöpfung dann einfach nicht mehr ausgehalten habe. Ich musste zu Zeiten schlafen, die meinem derzeitigen Rhythmus enorm widersprechen (früh schlafen gehen, früh aufstehen), man konnte das Zimmer nicht richtig abdunkeln, nachts kamen Krankenschwestern herein und ich musste das Zimmer mit unterschiedlichen anderen Patienten teilen, von denen eine auch noch geschnarcht hat. In so einem Umfeld möchte ich nicht auch noch Schlaftabletten absetzen müssen. Man hat mir dort in der Klinik aber auch gesagt, Zopiclon sei gar nicht so schlimm und wenn ich Kopfweh bekäme, wenn ich es nicht nehme, läge es an der Anspannung. Das glaube ich aber nicht, da es die gleichen Symptome sind, die ich vom Clonazepamentzug schon kenne.

Ich habe mir schon vor Monaten L-Tryptophan geholt, kann es aber immer noch nicht nehmen, da ich es nicht mit Zopiclon mischen darf. Erschwerend kommt hinzu, dass meine Angststörung teilweise wieder deutlich schlimmer wird, wenn ich mit dem Zopiclon runtergehe. Ich möchte auch kein weiteres Medikament mit Nebenwirkungen nehmen. Außerdem habe ich leider die Erfahrung gemacht, dass außer Benzos und Zopiclon bei mir nichts hilft. Seitdem mein Eisenmangel behandelt wurde, schlafe ich insgesamt deutlich besser, aber sobald ich die Zopiclondosis verringere, liege ich wieder schlaflos im Bett. Die Entzugssymptome plagen mich auch mehr oder weniger jeden Tag (allerdings nicht immer gleich schlimm).

Was Lyrica angeht, weiß ich nicht, welcher Arzt es mir verschreiben sollte. Außerdem scheint es mir auch recht viele Nebenwirkungen zu haben und ich möchte einfach kein Medikament mehr nehmen, das Schläfrigkeit und Benommenheit als Nebenwirkungen hat. Demnächst werde ich meine Abschlussarbeit schreiben und dafür muss ich wirklich wach sein.

Clonazepam soll wesentlich abhängiger machen als Zopiclon. Ich kann es nicht wirklich vergleichen, da ich das Zopiclon ja noch nehme. Ich erinnere mich aber daran, dass der Clonazepamentzug eine recht unschöne Sache war und würde deshalb an deiner Stelle versuchen, in Zukunft ohne auszukommen, wenn du es denn schaffst. Vor allem habe ich gemerkt, dass die Schlafstörungen trotz Clonazepam irgendwann wieder so schlimm waren wie vorher.

Gute Nacht!

Carpe_diem

 
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[EDIT] - Re: Entzugserscheinungen Zopiclon

supertramp am 23.08.2010 um 18:07

Hallo Carpe_Diem,

L-Tryptophan ist recht interessant. Meine Erfahrungen damit waren, dass ich vor allem um einiges länger damit schlafen konnte als ohne, aber nicht viel besser einschlafen konnte. Trotzdem wäre es ohne Nebenwirkung vielleicht ein gutes Mittel für mich gewesen. Leider bekam ich nach ca. 2 Wochen einen immer höheren Blutdruck, habe allerdings als Ausgangspunkt schon eingestellte Hypertonie.
Ich hab viel geträumt damit im Gegensatz zu Benzos und Ähnlichem.
Ich denke, warum man es nicht mit Zopiklon zusammen nehmen soll, ist der generelle Grund, dass man Sedativa nicht kombinieren soll, weil die Wirkungen sich gegenseitig verstärken können, also stärkere Wirkung an sich, aber auch stärkere Nebenwirkungen, stärkerer Hang-Over etc. - aber rein als Laie könnte ich es mir als Entzugshilfe (also ohne es zu kombinieren) für Zopiklon vorstellen und dann das langsam ausschleichen. Es wirkt auch antidepressiv und angstlösend.

Allerdings kann es auch einen gewissen, wenn auch angenehmen Hang-Over verursachen. Ich bin allerdings auch recht empfindlich, was Hang-Over angeht.

Ich bin derzeit von Clonazepam weg und komme mit Lyrica einigermaßen klar. Das ideale Mittel gibt es einfach nicht. Leider.

Gruß
supertramp
 
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Re: Entzugserscheinungen Zopiclon

Carpe_diem am 28.08.2010 um 20:58

Hallo Supertramp!

Mein Problem ist ja meistens, dass ich nicht einschlafen kann. Leider hat sich mein Schlaf dadurch wieder nach hinten verschoben. In den letzten 3 Tagen bin ich an keinem Tag früher als 12 Uhr aufgestanden.
Beim Absetzen des Zopiclons habe ich aber nicht nur das Problem, dass ich nicht schlafen kann, sondern auch, dass ich eben diese fiesen Entzugserscheinungen habe. Es gibt Tage, da schaffe ich es, mit nur einer halben Zopiclon zu schlafen. Zwar schlafe ich dann unruhiger und meistens auch etwas weniger, aber nicht immer total schlecht. Am nächsten Tag bin ich dann trotzdem total im Eimer, weil die Entzugserscheinungen zuschlagen. Ich habe Angst, dass ich durch den Zopiclonentzug ganz schlimme Panikattacken bekomme, die ich mit keinem Medikament lindern kann, wenn ich schon L-Tryptophan genommen habe.
Konntest du denn bei dem hohen Blutdruck dann überhaupt noch schlafen? Ich kenne mich damit nicht aus, da meiner in der Regel eher zu niedrig ist.
Momentan weiß ich echt nicht, wie ich aus dem Zopiclonsumpf wieder auskommen soll. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich in diesem Jahr schon versucht habe, die Dosis zu reduzieren, um es dann ganz abzusetzen. Allerdings muss ich ganz klar sagen: Meine Lebensqualität hat sich deutlich verbessert, seitdem ich besser schlafen kann - und das trotz der Entzugserscheinungen.
Dass du kein Clonazepam mehr nimmst, ist doch ein toller Erfolg! Das war bestimmt nicht leicht. Ich hoffe, dass du auch weiterhin ohne klar kommst!

Viele Grüße

Carpe_diem
 
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