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Thema: Frage an Dr. Müller Erhöhter Cortisolspiegel und Schlafstörung
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Frage an Dr. Müller Erhöhter Cortisolspiegel und Schlafstörung
Tobsycat
am 01.07.2010 um 17:11
da ich im Schlaflabor war habe ich jetzt mit meiner Neurologin die Ergebnisse besprochen.Es wurde auch im Nachturin der Cortisolspiegel kontrolliert.Ich hatte einen Cortisolspiegel von 105 mg.Das ist mehr als das doppelte was als Normalwert angesetzt wird.Kann das auch mit dem Früherwachen und den Durchschlafstörungen zu tun haben?
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Re: Frage an Dr. Müller Erhöhter Cortisolspiegel und Schlafstörung
supertramp
am 11.07.2010 um 09:06
ich bin zwar nicht dr. müller. aber ich kann es ja trotzdem mal versuchen. er kann mich ggf. berichtigen.
cortisol ist ein indiz für stress und kann theoretisch den schlaf stören. aber es wird auch schon dann ausgeschüttet, wenn man sich stress im kopf macht und negativ ans schlaf herangeht. es dürfte auch erhöht sein, wenn man schlecht schläft. also es kann so gesehen sowohl ursache als auch folge von schlafstörungen sein, aber ich denke nicht, dass es ein guter ansatzpunkt für eine verbesserung des schlafes ist oder höchstens indirekt mittels beruhigungsmedis oder stressabbau.
eine cortisolspitze gibt es, glaub ich, beim erwachen, damit man morgens gleich von schlaf auf wach umschalten kann. da kann schon was durcheinander geraten. aber hier endet mein latein dann auch...
lg
supertramp
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[EDIT] - Re: Frage an Dr. Müller Erhöhter Cortisolspiegel und Schlafstörung
TilmannMueller
(webmaster)
am 12.07.2010 um 11:03
Cortisolwerte sind nicht mein Fachgebiet, aber unabhängig davon kann der Wert von 105mg nicht stimmen, sondern muss wahrscheinlich mikrogramm als einheit haben. Die weitere Frage ist, was dann die Referenzgröße ist (/24h oder /dl).
Normwerte und mögliche Ursachen: siehe hier:
http://www.netdoktor.at/laborwerte/fakten/hormone/cortisol.htm
Unabhängig davon: Falls der Wert tatsächlich so drastisch erhöht ist, sollte man das Ergebnis wahrscheinlich noch einmal überprüfen und bei weiterhin bestehender Erhöhung ggf Ursachenforschung betreiben (Abklärung durch Endokrinologen).
Allgemein ist es im Schlaf so, dass die Cortisolwerte in den frühen Morgenstunden ihren 24-h-Spitzenwert erreichen (da wird der Organismus quasi für das Wachsein schon einmal "vorgeglüht"). Dieser Cortisolausschüttung geht eine gestufte Ausschüttung anderer Hormone der Stressachse vorraus, der unter besonderen Umständen wie z.B. einem vorzeitigen Aufstehtermin auch zeitlich früher einsetzt.
Mit zunehmenden Lebensalter, aber auch bei depressiv Erkrankten - und wahrscheinlich auch bei chronischen Schlafstörungen finden sich häufig insgesamt erhöhte Cortisol-Spiegel im 24h-Verlauf, wahrscheinlich als Folge eines zunehmendes Verschleißes der bremsenden Rückkopplungsschleifen.
Als Folge kommt es zu einer Überaktivierung der Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse). In Studien bei gesunden Schläfern führt z.B. die Gabe von Corticotropin releasing Hormon (CRH) zu einer verminderten Wachstumshormonausschüttung, reduziertem Tiefschlaf und erhöhter Schlaffragmentierung. Umgekehrt bewirkt experimenteller Schlafentzug erhöhte Cortisolwerte am nachfolgenden Tag.
Bei chronischen Insomniepatienten finden sich entsprechend im Vergleich zu gesunden Schläfern erhöhte Cortisolwerte im 24-h-Verlauf. Insbesondere in den Abendstunden und während der ersten Nachthälfte zeigen sich dabei die größten Abweichungen. Gleichzeitig korreliert die Höhe der Cortisolsekretion bei Insomniepatienten mit der objektiven Schwere der Schlafstörung, sprich: je höher die Cortisolsekretion, desto gestörter der Schlaf.
Mit freundlichen Grüßen
T. Müller
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Re: Frage an Dr. Müller Erhöhter Cortisolspiegel und Schlafstörung
spoon79
am 26.07.2010 um 15:46
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