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Thema: Schlafrestriktion durch andere Probleme nicht möglich - was nun?

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Schlafrestriktion durch andere Probleme nicht möglich - was nun?

Carpe_diem am 29.11.2009 um 10:56

Hallo!

Ich weiß allmählich nicht mehr weiter!
Kurz zu meiner Geschichte: Ich habe noch nie so gut geschlafen, wie die meisten anderen Menschen. Mit 14 habe ich dann heftige Schlafstörungen bekommen, die sich dadurch äußerten, dass ich regelmäßig die ganze Nacht wach gelegen habe und erst morgen für kurze Zeit eingeschlafen bin. Inzwischen bin ich 27 und immer noch schlafgestört. Die Schlafstörungen sind nicht immer gleich stark, aber die Lebensqualität war die ganzen Jahre ganz arg gestört. Ich war nun schon bei vielen Ärzten, Psychologen und auch beim Heilpraktiker. Ich habe es mit Psychotherapie, Hypnose, Laserakkupunktur, Nahrungsergänzungsmitteln, Antidepressiva und vielen anderen Dingen versucht. Auch alle erdenklichen Schlafmittel habe ich probiert, aber die sind ja keine Dauerlösung und es gibt ohnehin kein einziges Mittel, dass über eien längeren Zeitraum verlässlich gewirkt hat. In der letzten Zeit habe ich ab und zu mal durch Zopicon geschlafen, aber davon habe ich nur 10 Stück verschrieben bekommen und ich weiß nicht, ob mein Arzt sie mir noch einmal verschreibt. Oxazepam hilft auch ein wenig, aber das macht abhängig. Von Clonazepam war ich bereits abhängig und habe schon einen Entzug hinter mir.

Im letzten Sommer habe ich dann weitere zwei Wochen in einer Klinik verbracht. Dort wurde mit Schlafrestriktion gearbeitet. Die Bettzeit wurde auf 6 Stunden verkürzt. Zu Hause sollte die Bettzeit immer um eine Viertelstunde verlängert werden, wenn ich drei Tage am Stück gut geschlafen habe und trotzdem noch müde war. Ich konnte bald tatsächlich schneller einschlafen. Tagsüber war ich trotzdem immer völlig fertig, weil ich eigentlich ca. 8,5 Stunden Schlaf brauche, um so richtig fit zu sein. Im Laufe der Wochen ist es mir immer schwerer gefallen, mich an die angegebenen Zeiten zu halten. Seitdem ich 13 bin, leide ich auch unter Panikattacken. Es gab längere Phase, wo ich gut damit leben konnte, aber jetzt sind sie inzwischen leider so schlimm, wie nie zuvor in meinem Leben. Ich brauche meine ganze Kraft im Moment, um die Tage zu überstehen und kann deswegen keine Schlafrestriktion durchführen. Dazu kommt, dass dieses Verfahren ja Monate oder Jahre dauert und ich es einfach nicht schaffe, mich über so einen langen Zeitraum so dermaßen zu quälen. Dazu ist Schlafrestriktion einfach zu schlimm. Nach den zwei Wochen in der Klinik war ich einfach völlig fertig. Dort hat man auch herausgefunden, dass ich zwar unter den Symptomen einer Depression leide, aber keine "richtige" Depression dahintersteckt, sondern "nur" eine Erschöpfungsdepression, die auftritt, wenn ich schlecht geschlafen habe. Wenn ich mal gut geschlafen habe, was in den letzten 5 Wochen allerdings nur in einer einzigen Nacht der Fall war, bin ich keineswegs so traurig und antriebslos, wie das sonst der Fall ist. Von zu wenig Schlaf geht die Stimmung aber so extrem in den Keller, dass ich an manchen Tagen dann nur noch heulend vorm Fernseher sitzen kann. Ich traue es mir nicht zu, zu Hause Schlafrestriktion durchzuführen, weil ich dann so unheimlich verzweifelt wäre.

Kennt jemand dieses Problem und/oder hat eine Idee, was man in so einem Falle tun soll? Nach 13,5 Jahren Schlafstörungen mit stark eingeschränkter Lebensqualität bin ich ziemlich verweifelt!
 
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Re: Schlafrestriktion durch andere Probleme nicht möglich - was nun?

michikonkret am 29.11.2009 um 20:50

HALLO CARPE DIEM!

Wenn ich deinen Text so lese, finde ich mich wirklich wieder!
Ich kann dir so gur nachempfinden!!!
Ich leide seit drei Jahren unter diesen Schhlafstörungen und habe seither wirklich nicht mehr einen Tag gut geschlafen. Hört sich vielleicht komisch an, ist aber so.
Durch meine körperliche und geistige Erschöpfung schaffe ich es nicht die Schlafrestrektion durchzuführen, es ist pure Folter für mich. Habe bestimmt schon 30 mal damit angefangen und habe es leider nicht länger als eine Woche durchgehalten, leider.
Mit deinen Panikattacken ist das natürlich auch nicht so schön. Kenne das auch nur zu gut! Habe das Problem auch erst seitdem ich diese fiesen Schlafstörungen habe. Der Körper ist einfach am Ende...
Und die Ärzte reden dann immer von Depressionen, ich bin erst depressiv durch die Schlafstörungen geworden und nicht anders herum. Oftmals ist es ja anders, das hat mir sogar die Schlafmedizinerin aus der Berliner Charite gesagt.
Habe auch sämtliche Therapien hinter mir, wie: Psychiatrie, Psychosomatik, Schlaflabor, Hypnose, chin. Medizin, Akkupunktur, ja sogar Wunderheiler, weil man einfach so verzweifelt ist und natürlich so ziemlich alle Psychopharmaka, die es so gibt.

Hast du vielleicht schon "Valdoxan" probiert?
Habe es von meinem Psychiater bekommen, aber mich noch nicht getraut es zu nehmen. Werde aber demnächst damit anfangen. Die Hoffnung stirbt nie!

Ich hoffe so sehr, das der Tag kommen wird, wo diese blöden Schlafstörungen endlich aufhören und man wieder ein normales Leben führen kann!!!

Das wünsche ich dir auch!

Viele liebe Grüße, die Michi
 
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Re: Schlafrestriktion durch andere Probleme nicht möglich - was nun?

maggy222 am 30.11.2009 um 12:50

Liebe Michi, liebe Carpe....

ich weiß, ich wiederhole mich hier, aber es ist mir ein solches Bedürfnis, Euch davon zu überzeugen, die Restriktion durchzuhalten.
Ich habe fast 40 Jahre all das durchgemacht, was ihr hier anschaulich beschreibt, habe die gleichen Versuche, fast alle Medikamente genommen, geholfen hat nichts, bis ich auf dieses forum und damit auf die Schlafreduktion stieß und die positiven Ergebnisse der anderen haben mich immer wieder motiviert, weiterzumachen.

Klar, es ist manchmal Folter, wenn wieder mal eine Nacht einer Katastrophe ähnelt, aber wichtig zu wissen, dass danach auch immer wieder eine bessere Nacht kommt. Gebt doch nicht so schnell auf, was verliert ihr denn, wenn ihr weitermacht. Ohne geht es euch doch auch nicht besser.

Dr. Müller ist ja auch der Meinung, dass man anfänglich auch Medikamente nehmen darf. Ich habe diese systematisch reduziert und nehme jetzt seit 3 Wochen keine ADs mehr.

Ich wünsche Euch so sehr, dass Ihr die Kraft habt, auch bei ersten Mißerfolgen, weiterzumachen. Es lohnt sich wirklich.

Wenn man zig Jahre gelitten hat, dann lohnt sich das "Leiden" in der Anfangsphase, belohnt wird man aber, wenn man lernt, den Schlaf gelassener anzugehen.

Gebt nicht auf und lest hier auch die Erfolgsgeschichten. Das motiviert wirklich.

Maggy



 
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Re: Schlafrestriktion durch andere Probleme nicht möglich - was nun?

Carpe_diem am 30.11.2009 um 15:38

Das Problem bei der Schlafrestriktion ist ja aber, dass man diese Monate bis Jahre durchhalten muss. Ich würde so gerne mal ein normales Leben haben und z. B. auch mal in die Disko gehen. Immerhin bin ich erst 27 und konnte das noch nie wirklich. Jahrelang IMMER früh aufstehen zu müssen, kann ich mir auch einfach nicht vorstellen. Im Moment kämpfe ich hart damit, wenigstens eine Bettzeit von 0 bis 9 Uhr einzuhalten. Wenn ich nicht ausgeschlafen bin, werde ich extrem schreckhaft und bin noch anfälliger für Panikattacken. Dazu kommt, dass ich trotz allem auch immer noch studiere und ich für die Schlafreduktion mein Studium zeitweise unterbrechen müsste, was in diesem Stadium des Studiums massive Probleme mit sich bringen würde. Ich bin zwar nun auch täglich müde, aber nicht so extrem, wie das bei der Schlafreduktion der Fall war. Ich schaffe es auch einfach nicht mehr, an allen Fronten zu kämpfen. Schon ausgeschlafen sind meine Tage wegen der Panikattacken sehr schwierig. Zusätzlichen Schlafentzug würde ich momentan glaube ich schlicht und ergreifend nicht durchstehen. Aber vermutlich kennt auch niemand eine Alternative?
 
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Re: Schlafrestriktion durch andere Probleme nicht möglich - was nun?

Tocaya am 30.11.2009 um 19:41

Hallo Carpe diem,
mit einer Bettliegezeit von 9 Stnden provozierst Du Schlafstörungen geradezu!
Wer sagt, dass die Restriktion Jahre dauert? Sie dauert ca. ein Vierteljahr, danach soll man noch ein Jahr lang nicht länger als sieben Stunden im Bett liegen.
Und natürlich kannst Du auch im Laufe einer Restriktion mal in die Disko gehen. Wenn Du am nächsten morgen trotzdem zu Deiner gewohnten Zeit aufstehst, erhöhst Du auf angenehme Weise Deinen Schlafdruck und kannst (fast) sicher sein, in der nächsten Nacht besser zu schlafen. Das Studium brauchst Du sicherlich nicht zu unterbrechen, denn nach drei Wochen ist die unangenehmste Zeit vorbei, in der man noch weniger schläft als vorher schon. Danach geht es aufwärts. Aber parallel wirst Du sicherlich an Deinen Panikattacken arbeiten müssen. Der Schlüssel für eine gute Nacht liegt ganz bestimmt in einem guten TAG!
Liebe Grüße
Tocaya
 
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