Carpe_diem
am 23.11.2009 um 17:08
Ich habe über einen Zeitraum von 12 Jahren Clonazpamtropfen genommen. Am Anfang nur ab und zu mal und auch mit ganz langen Pausen dazwischen, in denen ich gar nichts genommen habe. Als ich angefangen habe, sie zu nehmen, war ich allerdings auch erst 14. Meine Schlafstörungen wurden im Laufe der Jahre immer schlimmer und um den Alltag überhaupt noch halbwegs zu bewältigen und weil nichts anderes geholfen hat, habe ich sie dann immer öfter genommen und irgendwann festgestellt, dass ich sie nicht mehr absetzen kann. Die tägliche Dosis war zwar gering, aber man hat mir trotzdem geraten, in einem Krankenhaus zu entziehen. Ich habe nach relativ kurzer Zeit einen Platz bekommen und war dann etwas mehr als fünf Wochen dort. Die Tropfen wurden nach und nach abgesetzt. Alle drei Tage habe ich einen Tropfen weniger bekommen. Als die tägliche Dosis von 8 auf 6 Tropfen reduziert worden waren, fingen die Entzugserscheinungen an. Also mit sowas ist echt nicht zu spaßen. Die haben mehrere Wochen angehalten und ich fühlte mich andauernd, als hätte ich eine Grippe und das Gesicht brannte. Clonazepam macht aber auch ganz besonders abhängig. Ich hätte die Nebenwirkungen auch zu Hause ausgehalten (man konnte eh nichts dagegen tun), aber vielleicht hätte ich es nicht geschafft, die Dosis weiter zu reduzieren. Das kann man ja allerdings für sich selbst vielleicht erst einmal ausprobieren. Erstaunlicherweise habe ich zwar schlecht, aber nicht schlechter geschlafen als sonst. Zumindest um diesen Wirkstoff mache ich seitdem auch einen Bogen. Allerdings hat man mir das wirksamste Medikament genommen, das ich kenne.
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Habermann
am 23.11.2009 um 18:09
Clonanzepam ist ein Benzodiazepin und macht daher manche Menschen abhängig. Es gibt zwar immer Ausnahmen aber mit Benzos ist nicht zu spassen.
Wobei allerdings du Carpe Diem schon seltsame Nebenwirkungen und Erscheinungen hast bei den Tabletten

wie ich lesen konnte.. Citalopram Fluoxetin, also daher sind deine Erscheinungen schon seltsam

)
ich persönlich würde es nicht schlimm finden wenn ich mich etwas wie Grippe fühlen würde oder mein Gesicht ein bischen brennt (das tut es im Sommer auch wenn ich in der sonne liege) wenn der Erfolg das Clonanzepam abzusetzen daraus zu erzielen ist. Das sind keine schlimmen Entzugserscheinungen finde ich.
Wenn du es 12 Jahre in geringer Dosis genommen hast, hättest du es ja auch weiter nehmen können oder? also wenn du wirklich die Dosis nie erhöht hast und das Medikament dir gut geholfen hat. Wenn es allerdings nicht geholfen hat dann sehe ich das Absetzen ein.
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Carpe_diem
am 23.11.2009 um 18:47
Doch, ich habe die Dosis erhöht. Aus 4 Tropfen wurden 6, aus 6 Tropfen wurden 8 und schließlich habe ich teilweise pro Nacht sogar zweimal 8 Tropfen gebraucht. Irgendwann brauchte ich diese Menge Tropfen, um überhaupt noch irgendwie schlafen zu können. Mein Schlaf war dann mit den Tropfen genauso schlecht, wie er vorher ohne Tropfen war. Und spätestens wenn man merkt, dass man abhängig ist, sollte man einen Entzug machen. Davon abgesehen hätte kein Arzt es mir weiterhin verschrieben. Ich hätte die Dosis vermutlich immer weiter steigern müssen. Bei relativ regelmäßiger Einnahme macht es sehr schnell abhängig und gerade Clonazepam ist für schlimme Entzugserscheinungen bekannt. Wenn man nicht frühzeitig handelt, muss man damit rechnen, richt fiese Entzugssymptome, wie wahnsinnige Panikattacken, Krämpfe oder Halluzinationen zu bekommen. Zur Vorbeugung habe ich ein Antiepileptikum genommen. Wenn man sich über mehrere Wochen hinweg ständig so fühlt, als hätte man eine schlimme Grippe und dann auch noch das Gesicht andauernd rot anläuft, ist das schon ganz schön unangenehm. Und natürlich hat man auch Angst, weil man nicht weiß, was noch alles kommt.
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Habermann
am 23.11.2009 um 19:15
ok wenn du die Dosis erhöht hast, ist Absetzen völlig korrekt.
Ja unangenehm ist es sicherlich, allerdings hast du ja den Erfolg die Tropfen abgesetzt zu haben, das finde ich, ist es wert.
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